Salzburg 01wBeim „Fest der Jugend" im Salzburger Dom feierten 9000 Jugendliche ihren Glauben

Salzburg. Ein großer Pulk Jugendlicher drängelt sich vor dem Salzburger Dom. Auf Bildschirmen im Vorraum ist das Innere des Domes zu sehen. Bunt werden die vier Orgeln an den Eckpfeilern des Altarraumes angeleuchtet.

Ein Countdown zählt herunter. „Drei, zwei, eins, null“, zählen die Jugendlichen laut mit und jubeln dann. Langsam öffnen sich die Sperren und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen laufen in den Dom, um möglichst einen Platz ganz vorne zu ergattern.

von Markus Jonas – Der Dom Nr. 25 vom 23. Juni 2019

 

„Das gibt es sonst nicht im deutschsprachigen Raum“, sagt Christof Jürgens aus Bad Wünnenberg, der zusammen mit Pastor Stefan Stratmann aus Kleinenberg mit knapp 25 Jugendlichen aus dem Pastoralverbund Wünnenberg-Lichtenau nach Salzburg gekommen ist. „Das hat mich sehr bewegt zu sehen, wie die Jugendlichen schon eine halbe Stunde vor Beginn anstehen und dann in den Dom drängen.“ Während die meisten Kirchen selbst an hohen Feiertagen nicht mehr voll besetzt sind, herrscht über Pfingsten im Salzburger Dom drangvolle Enge: 9000 Jugendliche und junge Erwachsene waren zum „Fest der Jugend“ gekommen, rund eine Million Zuschauer verfolgten das Fest als Livestream im Internet, über Radio Maria oder den katholischen TV-Sender EWTN.

Seit 19 Jahren veranstaltet die katholische Loretto-Gemeinschaft Österreichs dieses Fest. Waren es beim ersten Treffen im Jahr 2000 etwa 80 Jugendliche, wurde in diesem Jahr mit 9000 ein neuer Spitzenwert erreicht. Viele kamen auch aus Deutschland, rund 70 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Erzbistum Paderborn, aus Bad Wünnenberg, Delbrück-Ostenland, Lichtenau, Paderborn und Bad Driburg-Neuenheerse.

Für Salzburgs Erzbischof Franz Lackner ist Pfingsten jedesmal ein ganz besonderes Highlight. „Es ist jedes Jahr ein überwältigender Anblick“, sagte er bei der Messe am Pfingstsonntag. „Ein mächtiges Zeugnis des Glaubens in unserer Stadt und unserem Land.“ Dafür lässt er es zu, dass „sein“ Dom umfassend ausgestattet wird: mit Teppichboden, TV-Kameras und zahllosen Bildschirmen, auf denen auch im hintersten Winkel im Dom das Geschehen vorn verfolgt werden kann. Zentral dabei ist der Lobpreis Gottes mit modernen Liedern, geführt von einer Live-Band der Loretto-Gemeinschaft.

Ein Höhepunkt während des Festes, das von Freitagabend bis Montagmittag dauerte, ist der „Abend der Barmherzigkeit“ am Samstag. Begleitet vom Lobpreis stehen rund 100 Priester auch aus umliegenden Pfarreien zur Beichte zur Verfügung - überall im Dom, aber auch auf dem Platz vor dem Dom. Vor jedem einzelnen bildet sich eine lange Schlange. „Für mich als Priester war das das Highlight“, sagt Pastor Stefan Stratmann. „Das ist ein Tiefgang in der Beichte, das ist unvorstellbar.“ Nicht nur an dem Abend hörte er Beichte. „Auch zwischendurch haben mich immer wieder Leute angesprochen, um zu beichten.“ Rund 30 Leuten waren es insgesamt, schätzt er.

Parallel zur Beichte beim „Abend der Versöhnung“ zog Frank Cöppicus-Röttger, ein aus Arnsberg im Erzbistum Paderborn stammender Priester des Erzbistums Salzburg, mit dem Allerheiligsten durch den Dom, segnete die Jugendlichen und betete für sie, indem er ihnen eine Hand auf den Kopf legte. Vielen liefen Tränen die Wangen herunter. Begleitet wurde er nicht nur von Messdienern mit Weihrauch, sondern auch von Scheinwerfern, die anzeigten, wo er sich gerade aufhielt. „Die Atmosphäre an diesem Abend hat mich sehr beeindruckt“, sagt der 19-jährige Jeremias aus Bad Wünnenberg. Wie auch Lena (22) aus Ostenland: „Man hat erlebt, wie der Heilige Geist gewirkt hat.“ Sehr davon angetan ist auch Christof Jürgens. „Diese große Ergriffenheit der Jugendlichen, diese tiefe Atmosphäre, das ist nicht mit Worten zu beschreiben.“

Weitere Highlights folgten am Sonntag: Einem Aufruf, das eigene Leben Gott anzuvertrauen und als Zeichen dafür nach vorn zum Altar zu kommen, folgten Hunderte. Für Simon, 20-jähriger Informatik-Student, war es ein „sehr tiefgehendesErlebnis“, beim Fest der Jugend dabei gewesen zu sein. „Man hat das Gefühl, dass Gott wirklich da ist“, sagt er. Und Lena fühlt sich „neu gestärkt“. „Das Feuer ist neu entfacht“, sagt die Ostenländerin und strahlt.

Salzburg 02wZu den rund 460 Freiwilligen, die das Treffen in 31 Teams vorbereiteten, gehört auch Micha (19) aus Bad Wünnenberg. Während der Veranstaltungen bedient er eine der Kameras, die den Live- stream möglich macht. Seit neun Monaten nimmt er mit 24 anderen jungen Erwachsenen an der „J9" teil, einer „Jüngerschaftsschule“ der Loretto-Gemeinschaft, in der es um die Grundlagen eines Lebens als Jünger Jesu in der heutigen Zeit geht. „Ich realisiere hier, wer Gott eigentlich ist und was das für mich bedeutet“, sagt er. „Dass ich persönliche Verletzungen aufarbeite, mich selbst besser kennenlerne und entdecke, was ich kann und wo mich Gott in dieser Welt brauchen könnte.“

Den Organisatoren der Reise aus Bad Wünnenberg und Lichtenau nach Salzburg gibt das Fest der Jugend Hoffnung für die Kirche insgesamt. „Das ist eine lebendige Kirche, die aus der Kraft des Heiligen Geistes lebt“, sagt Pastor Stratmann. „Wir sollten uns auf die Kernaussagen unseres Glaubens besinnen“, meint Christof Jürgens. „Letztlich zieht das die Menschen in den Bann - wie schon seit Jahrhunderten.“

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