Altar in der KilianstraßeEs gibt das Sprichwort, was da heißt: Wovon das Herz voll ist, davon spricht man.

So kann ich sagen, dass ich auch nach 14 Tage immer noch voll beeindruckt bin von dem Katholikentag in Münster, den wir mit 32 Personen aus dem kfd Bezirk Wünnenberg / Lichtenau erleben durften. Auch muss ich immer wieder betonen, dass ich es bedauere, dass dieses wichtige Treffen der Katholiken bei uns im Lichtenauer Raum überhaupt keine Resonanz findet.

Ich habe schon die Gruppen bewundert, die z.T. mit dem Bus von weither - einige sind mehrere 100 km gefahren -   nach Münster gekommen waren, um dabei zu sein bei den verschiedenen Themen, über die Menschen so miteinander gesprochen haben. 

So kam ich bei einer Gelegenheit in ein Gespräch mit Gläubigen, in dem es um die  Entscheidung der deutschen Bischofskonferenz ging, unter gewissen Umständen auch Protestanten, die in einer ökumenisch geprägten Ehe ihren Glauben leben, zur Eucharistie zuzulassen.

Natürlich tauchte da auch die Frage auf nach dem Empfang der Eucharistie - katholischerseits mit dem Leib Christ, protestantischerseits mit dem Leib Christi und dem Blut Christi. In unserer Diskussionsrunde waren wir der Überzeugung, dass Mar­tin Luther das zweite Zeichen, den Wein, ganz bewusst auch dem einfachen Volk zu­gänglich machen wollte.

Katholischerseits ist das zweite (und beinahe vergessene) Zeichen in der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils neu entdeckt worden. In vielen Kirchen und zu besonderen Anlässen ist die Kelchkommunion ist auch bei uns Katholiken nichts Außergewöhnliches mehr, - eine Streitfrage zwischen Katholi­ken und Protestanten ist sie ganz bestimmt nicht mehr.

Dennoch bleibt die Frage: Warum Jesus außer dem Brot den Wein als zweites sakramentales Zeichen gewählt hat.

Die Diskussionsgruppe war der Meinung, dass das ganz gewiss kein Zufall war, sondern für Jesus dahinter eine tiefere Wahrheit und Weisheit gesteckt haben muss. Einer der Teilnehmer erwähnte in diesem Zusammenhang die Hochzeit zu Kana, bei der Jesus Wasser in Wein wandelte und damit die Festfreude einer großen Familienfeier rettete.

Der Deutungsversuch einer Teilnehmerin hat mich beeindruckt, als sie erwähnte, dass der Mensch zwar das Brot zum Leben brauche, er aber eben nicht vom Brot allein lebe, sondern auch die Freuden des Lebens, das Fest und die Feier brauche. Beides gehört zum Menschen dazu: das Brot des Lebens und der Wein der Lebensfreude. Brot haben wir genug, aber der Wein scheint uns auszugehen; das heißt, man trifft immer weniger Menschen, die wirklich Lebensfreude ausstrahlen, die einfach glücklich sind und wissen, warum und wozu sie leben.

Die Gruppe war sich einig, dass wir Christen die Aufgabe haben, diese frohe Botschaft der Welt zu verkünden, worin zugleich auch die Botschaft liegt, dass wir Christen be­reits Anteil haben an einem Leben, das nicht mehr vergeht, und an einer Le­bensfreude, die schon in die Ewigkeit hineinreicht.

Altar an der Driburger StraßeAltar in der Mühlenstraße

Folgender Gedanke zum "Fronleichnamsfest von früher " erreichte unser Büro. Die Autorin, die nach ihrem Studium ihren Heimatort verlassen hat und in einer Großstadt im Rheinland berufs- und familienbedingt ihre neue Heimat gefunden hat, erinnert sich gerne an die alten Zeiten und hält sie - wie der aufmerksame Leser erfahren kann - für "lebensprägend."

Vom Nordberg zur KircheFRONLEICHNAM

Als ich ein Kind war, war für mich das schönste Fest des Jahres Fronleichnam. Und das war so: es ging schon einen Tag vorher los. Am späten Nachmittag bekamen die Kinder der Leute, die den Prozessionsweg schmücken mussten - in meinem Fall die Burgstraße - an der das Elternhaus meiner Mutter lag, einen Teelöffel in die Hand zum „Löcher auskratzen". Im Trottoir nahe der Straße waren nämlich Metallröhrchen eingelassen, die mit Sand gefüllt waren. Dieser musste nun heraus gelöffelt werden, damit die Burschen junge Birken im Wechsel mit weißen Holzstangen für die gelb-weißen Kirchenfahnen hineinstecken konnten.

Auf der Straße herrschte reges Treiben. Wenn dann der ganze Weg bis hinauf zum Marktplatz beidseitig geschmückt war, lief man die „Allee" hinauf und hinunter, roch den Duft des frischen Grüns und labte sich an dem schönen Anblick.

Dann ging's zum Abendessen. Danach wurde gebadet und die Sonntagskleidung für den kommenden Tag vorbereitet.

Nun schnell schlafen, denn um 4:00 Uhr am nächsten Morgen ging es wieder los. Jetzt waren die Erwachsenen dran. In jeder Haustür bauten sie einen Altar terrassenförmig auf, mit steifgestärkten, weißen Damasttischdecken, einem Kruzifix, Kerzenständern und frischgepflückten Blumensträußen.

Auf der Straße wurden anhand langer Holzleisten oder Kreidestrichen „Läufer" aus Tannengrün oder Blumenköpfen/blättern gelegt. Wir Kinder durften helfen. Zwischendurch liefen wir in den Binnenhof des Jesuitenkollegs, um zu schauen, welch herrliches Bild nach einem Entwurf der Internatschüler der Oberstufe des hiesigen Gymnasiums  aus vielen Blütenblättern von Lupinen, Margeriten, Pfingstrosen, Goldregen usw. gelegt wurden. Es herrschte eine Stimmung zwischen Spannung, Vorfreude, Arbeitsstress. Alles musste sehr schön werden und pünktlich fertig sein. Und das war es immer.

Für die Prozession warf "Frau" sich  in Schale. Oft trug "Frau" ein neues Sommerkleid oder Kostüm, der Mann einen neuen Anzug oder neue Schuhe. Wenn Mann oder Frau  nichts Neues hatte, wurde die Sonntagskleidung gelüftet, gesäubert, gebürstet und gebügelt und über dem ebenso sorgfältig gepflegten Körper zur Schau getragen. Die Mädchen der Kommunionkinder trugen ihre weißen Kleider und Kränzchen und  und die Jungen  ihre Kommunionanzüge. Die Schützen kamen in ihrer Uniform, der weiße Hose und dem  schwarzes Jackett, bedeckt mit einem Zylinder mit grünem Band und einem Eichenblatt geschmückt, in ihrer Hand das  Holzgewehr mit frischen Blumen im Lauf.

Die „Todesangstkapelle" spielte tapfer und laut die geistlichen Lieder und  die frommen Christen sangen auf ebensolche Weise mit.

Es gab drei Stationen auf dem Weg. Die wichtigste war im Binnenhof des Kollegs, wo die heilige Messe gefeiert wurde. Die zweite war auf dem Marktplatz und die dritte in der Pfarrkirche mit dem Abschlusssegen. Während die Orgel brauste und die Gemeinde „Großer Gott wir loben dich" schmetterte, waren  vom Schützenplatz Böllerschüsse zu hören, die laut dröhnten , denn jetzt begann das Schützenfest der Bruderschaft, das "Alte Schützenfest", wie es im Volksmund noch heute genannt wird.

Aus diesem Anlass hatten die ortsansässigen Bäcker Krengel gebacken, die auch heute noch den Namen der Schützenbruderschaft tragen. Diese Krengel sind   aus Mehl, Wasser und Kümmel und schmecken   herrlich zum Bier, was wir Kinder natürlich noch nicht wussten. Aber auch uns schmeckten sie wunderbar, auch nach Tagen noch, wenn sie steinhart und zum Zähne Ausbeißen waren.Am Nachmittag dieses herrlichsten aller Tage (außer hl. Abend) begann das Vogelschießen. Mit etwas Taschengeld ließ sich dann Raupe fahren, ein Los kaufen, gebrannte Mandeln essen etc.Schwer zu entscheiden, was denn nun das Schönste war.

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