190519 DSC07096 webAm 20. Mai konnte die Hueck-Fischersche Stiftung in Lichtenau ihr 150-jähriges Jubiläum feiern. Nachdem am 25. Februar 1869 die Satzung entsprechend unterzeichnet war, bekam die Stiftung am 20. Mai 1869 die offizielle Bestätigung als juristische Person und wurde damit handlungsfähig. Sie erhielt zunächst die Bezeichnung „Hueck-Fischersche Armenanstalt“.

1866 ließ Theresia Hueck, geb. Fischer, die Witwe und kinderlos war, vor dem Königlichen Amtsgericht in Lichtenau ein Testament verfassen, in dem sie den größten Teil ihres Vermögens, Ländereien, Haus- und Hofraum mit lebendem und totem Inventar nach ihrem Tode der Katholischen Pfarrei St. Kilian in Lichtenau vererbte, mit der Auflage, nach ihrem Ableben eine Stiftung zu gründen, die sich um arme und kranke Menschen in der damaligen Pfarrei kümmern sollte. Es sollte ein Haus für diese Menschen gebaut werden. Der Kirchenvorstand wurde von ihr mit der Verwaltung beauftragt. Gleichzeitig verfügte sie auch, dass die Stiftung ihren Namen zu tragen hatte. 1868 verstarb sie. Aus den Jahren zwischen 1869 und 1907 ist leider nichts bekannt. Das von ihr gewünschte Haus wurde 1907 an der Driburger Straße in Lichtenau als Krankenhaus mit eigener Kapelle gebaut. Es war das äußere Zeichen der Stiftung und erhielt den Namen „St. Josephs-Krankenhaus“. Als Ärzte praktizierten in der Zeit von 1908 – 1976  Dr. med. Karl Wolf, Dr. med Hans Hack, der auch Geburtshelfer war und Dr. med. Clemens Wessel. In dem Haus wurden auch mittellose und nicht kranken versicherte Menschen behandelt, so dass sich der Wille der Stifterin erfüllte.

Den Pflegedienst übernahmen die Salzkottener Franziskanerinnen. Diese Schwestern haben viele Jahre das soziale Leben in  Lichtenau geprägt. Sie übernahmen nicht nur die Krankenpflege sondern auch die Leitung des Kath. Kindergartens, der Nähschule und der Ausbildung im hauswirtschaftlichen Bereich. Nachdem das Krankenhaus trotz mehrfacher Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen nicht mehr  den Anforderungen der Zeit entsprach, musste der  Krankenhausbetrieb 1976 geschlossen werden.

Ab 1977 mietete der Verein für Caritasheime im Erzbistum Paderborn das Gebäude. Über 20  Menschen mit geistiger Behinderung fanden dort Wohnung und Heimat. Der Name der Stiftung wurde geändert in „Hueck-Fischersche Stiftung“.

1995 ließ die Stiftung die ehemalige Waschküche des Krankenhaus umbauen, so dass die Bürener Caritas diese Räume für zehn Jahre als Sozialstation nutzen konnte. 2001 wurde dann das Grundstück an der Driburger Straße geteilt. Der Verein für Caritasheime im Erzbistum Paderborn bekam etwa die Hälfte per Erbbaurecht, um ein neues Heim für die behinderten Menschen zu bauen.

Nach Auszug der ehemaligen Krankenhausbewohner stand nun das Gebäude leer und fand keine weitere Verwendung. 2005 wurde es samt Sozialstation abgerissen. Das äußere Zeichen der Stiftung gab es nicht mehr.

Die Stiftung musste nun nach neuen Wegen suchen, den Willen der Stifterin zu erfüllen. Sie unterstützte immer wieder kleinere Projekte in und um Lichtenau.

Nachdem einige angestrebte größere Projekte in der Vergangenheit  gescheitert waren, konnte dann 2018 die Stiftung auf dem Gelände des alten Krankenhauses ein neues Ärztehaus bauen lassen, in dem seit November 2018 der Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Jan Rinn mit seinem Praxisteam die Patienten betreut. Auch der Ambulante Hospizdienst „Mutter Teresa“ bekommt in diesem Haus einen Büroraum.

Dem Stiftungsvorstand war es ein Bedürfnis, am Jubiläumstag das Vermächtnis der Stifterin Theresia Hueck entsprechend herauszustellen. In einer Feierstunde wurde daran erinnert, dass ohne ihr Erbe so manche soziale Einrichtung in Lichtenau nicht entstanden wäre und soziales Leben in der Form  nicht hätte stattfinden können.

Da das neu gebaute Ärztehaus noch nicht gesegnet war, bot sich nun eine gute Gelegenheit dazu. Der jetzt im Ruhestand lebende Pfarrer Josef Wördehoff nahm in einem kleinen, aber doch sehr würdigen Rahmen unter Teilnahme der Vertreter von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, dem Praxisteam von Dr. Rinn und dem Vorstand des Hospizdienstes „Mutter Teresa“  die Weihehandlung vor.

Nach Gebet, Fürbitten und einer Lesung, deren Inhalt vor mehr als 2000 Jahren wichtige Werte für die menschliche Gesundheit und das Wirken eines Arztes beschreibt und auch heute an Aktualität nichts verloren hat, erfolgte die Segnung.

190519 DSC07104 webNach dem offiziellen Teil überraschte Pfarrer Wördehoff die Vorsitzende der Stiftung, Frau Marlies Eichelmann, mit der hohen Päpstlichen Auszeichnung „PRO ECCLESIA ET PONTIFICE“ (für Kirche und Papst). In einer eindrucksvollen Laudatio würdigte Pfarrer Wördehoff die ehrenamtliche Tätigkeit von Frau Eichelmann, die nicht nur im Stiftungsvorstand  dreißig Jahre die Geschäfte führte, sondern auch parallel dazu zwölf Jahre im Kirchenvorstand, davon einige Jahre als stellvertretende Vorsitzende, verantwortungsvolle Aufgaben zu erfüllen hatte. Unter ihrer Regie entstand jetzt auch der Neubau des Ärztehauses.

Hinzu kam auch ihre Tätigkeit  26 Jahre im Leitungsteam der KFD im damaligen Altdekanat Lichtenau, davon 13 Jahre erste als Vorsitzende, viele Jahre Mitarbeiterin in der kfd Lichtenau und einiges mehr.

Frau Eichelmann war gerührt und bedankte sich bei Pfarrer Wördehoff und den ehemaligen und jetzigen Vorstandskolleginnen und -kollegen, die ihre Arbeit immer unterstützt und mitgetragen haben.  Ihr Wunsch zum Schluss war, möge die Hueck-Fischersche Stiftung noch weitere 150 Jahre bestehen bleiben und möge es immer wieder Menschen geben, die Freude an der ehrenamtlichen Tätigkeit finden.

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