Atteln (hv/hk). „Wir befinden uns auf einen guten Weg“, sagte Pfarrer Josef Wördehoff bei der feierlichen Überreichung der Pastoralvereinbarung für den Pastoralverbund Lichtenau durch Domkapitular Andreas Kurte in der Pfarrkirche Atteln am vergangenen Sonntag. Sie wurde jetzt von Erzbischof Hans-Josef Becker genehmigt. Gute 30 Monate lang haben 12 Mitglieder Steuerungsgruppe in intensiver Beratung, sich der Frage gestellt, wie die Pastoral so aufbereitet werden kann, dass sie zu einer Gemeinde im ländlichen –Raum passen kann. Auf diese Art und Weise soll „die Botschaft Gottes den Menschen des 21. Jahrhunderts“ verständlich gemacht werden.

Auch in der Pfarrkirche St. Achatius in Atteln selbst wurde gleich zu Beginn deutlich, dass es ein ganz besonderer Tag ist: So zogen Pfarrgemeinderatsvorsitzende sowie auch Messdiener aus allen fünf Pfarreien und drei Pfarrvikarien feierlich mit in die Kirche ein. Außerdem hat sich ein Projektchor aus Einwohnern der Stadt Lichtenau gebildet, der sein Können unter der Leitung von Annegret Meier und Monika Richters unter Beweis stellte. Eine speziell für diesen Tag angefertigte Kerze wurde angeschafft, die daran erinnern soll, “dass wir eine Gemeinschaft von Gläubigen sind“, sagte der leitende Pfarrer des Pastoralverbundes Lichtenau, Josef Wördehoff.

Domkapitular Kurte, der gebürtig aus Atteln kommt, segnete die Kerze, die für ihn auch symbolisch für begeisterte Menschen stehe, die für die Botschaft Gottes brennen würden und sie mit Freude weitergäben.

„Die Pastoralvereinbarung kann nur ein Leitfaden und eine Orientierung für den Weg der Kirche in die Zukunft sein“, sagte Domkapitular Andreas Kurte während des Gottesdienstes. Sie solle zu mehr Transparenz beitragen, was im Kern bewegt werden müsse und dabei könne es auch bedeuten, dass nicht mehr an jedem Wochenende eine heilige Messe vor Ort stattfinde. Kurte betonte, dass die Pastoralvereinbarung auch kein Konzept zur Glaubensweitergabe sei. Vielmehr liege es an jeden einzelnen Getauften selbst, sich berufen zu fühlen in den kleinen Zellen vor Ort für den Glauben zu stehen und neue Gläubige zu finden.

Bürgermeister Josef Hartmann erklärte nach der heiligen Messe, dass nun auch alle Ortsteile der Stadt Lichtenau in einem Pastoralverbund zusammen seien, was in Folge des demografischen Wandels erstrebenswert sei.

Da dem Seelsorgeteam bestehend aus drei Priestern und einer Gemeindereferentin die Feier der Liturgie viel bedeutet, werden in den drei Pfarreien Lichtenau, Kleinenberg und Atteln an den wichtigen Feiertagen in jedem Fall Eucharistiefeiern stattfinden. Auch solle- so steht es in der Vereinbarung- kein Gläubiger am Sonntag mehr als 4 km Wegstrecke in Kauf nehmen müssen, um an einer Eucharistiefeier teilnehmen zu können. Lediglich in Blankenrode müsse man 6 km Wegstrecke einplanen. An den Werktagen finden in allen Ortsteilen heilige Messen statt.

Theologin Prof. Dr. Agnes Wuckelt, die auch zu Steuerungsgruppe zählt, erläuterte abschließend noch die vielen Herausforderungen, die sich der Gruppe stellten. Zum Beispiel festzulegen, von welchen liebgewordenen Traditionen man sich verabschieden müsse oder welche zwingend bleiben sollten. Die Vereinbarung sei auch – bedingt durch das intensive Zusammenarbeiten mit völlig unterschiedlichen Menschen aus dem Pastoralverbund Lichtenau und Beratern von außen – nicht aufgesetzt.

Zur Zeit ist die Wanderausstellung zur Pastoralvereinbarung unter dem Motto "Die Kirche bleibt im Dorf, solange...." in der St. Achatius Kirche in Atteln zu sehen. Hier sind 10 Tafeln mit den wichtigsten Aussagen der Pastoralvereinbarung anschaulich dargestellt. Weitere Infos unter www.pv-lichtenau.de. Hier ist die Pastoralvereinbarung als pdf-Datei zum download bereitgestellt.

Der nächste große Zusammenschluss steht aber auch schon fest: Ab Januar 2019 wird der große Pastorale Raum „Bad Wünnenberg-Lichtenau“ gegründet.

Info: Pastoralvereinbarung: Eine Pastoralvereinbarung ist ein pastorales Konzept, welches vom Erzbischof für jeden neu gegründeten Pastoralverbund zwingend gefordert wird. Sie stellt den Rahmen der pastoralen Arbeit in jedem Pastoralverbund dar. Darin werden beispielsweise Vorgehensweisen bei den Feiern von Gottesdiensten, Taufen, Trauungen, sowie die Vorbereitungen und Durchführungen auf die Sakramente der Erstkommunion und Firmung erläutert.

Foto: Nahmen die genehmigte Pastoralvereinbarung entgegen: (von links nach rechts): Pastor Johannes Wiechers, Pastor Stefan Stratmann, Dechant Bernd Haase, leitender Pfarrer des Pastoralverbundes Lichtenau Josef Wördehoff und Gemeindereferentin Annette Wagemeyer.

Text und Foto: Helga Kloppenburg

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