Plakete Kreuz 1996/97 ist der Partnerschaftsvertrag zwischen den beiden Städten Lichtenau und Pieniezno von den jeweiligen Bürgermeistern der Städte unterzeichnet worden.

Aus diesem Anlass war 2016 eine große Delegation mit 60 Personen aus Lichtenau ins ermländische Pieniezno gefahren und hatte an den dortigen Feierlichkeiten teilgenommen.

Über die diesjährigen Pfingstfeiertage 2017 (3. Juni - 6. Juni) waren 43 Personen aus Pieniezno mit ihrem Bürgermeister Kazimierz Kiejdo und seiner Ehefrau Elvira zum Gegenbesuch nach Lichtenau gekommen, welches vom Arbeitskreis Pieniezno unter der Leitung von Herrn Bernhard Fecke und Herrn Schulte mit ihrem Team hervorragend vorbereitet wurde.

Am Pfingstsonntag hat aus diesem Anlass in der Lichtenauer Pfarrkirche ein beeindruckender Eucharistiefeier stattgefunden.

Pfarrer Josef Wördehoff hatte den Pfingstgottesdienst unter das Motto gestellt "Gott schütze die deutschpolnische Freundschaft zwischen den Städten Pieniezno /Ermland &Lichtenau NRW (gegründet 1996)".

Ausgangspunkt seiner Predigt war die Lesung des Pfingstsonntags, in der berichtet wird, wie die Apostel am Pfingsttag zusammen gekommen sind, sie den Geist Gottes empfangen haben, auf die Straßen gegangen sind und die die Botschaft von der Liebe Gottes verkündet haben.

Obwohl sie nur ihre eigene Muttersprache kannten, heißt es in der Schriftstelle, dass alle die Botschaft verstanden haben.

Pastor Wördehoff hat versucht, diese Situation auf den Freundschaftsbesuch der Menschen aus Pieniezno zu übertragen. Obwohl es große sprachliche Schwierigkeiten bei den jeweiligen Besuchen gibt, scheinen sich die Menschen aus beiden Ländern doch irgendwie verständigen zu können und zu verstehen.

Nach der schweren politischen Bürde der letzten mehr als 200 Jahren in der deutsch-polnischen Beziehung nennt er deshalb den jetzigen Freundschaftsvertrag zwischen beiden Städten ein Wunder.

Um dieses Wunder auch mit Leben zu füllen, sind die Gottesdienstteilnehmer/innen nach der hl Messe geschlossen unter Begleitung vieler Lichtenauer Vereine zum Lichtenauer Ehrenmal gegangen, wo ein Kranz für die Verstorbenen und Gefallenen der letzten beiden Weltkriege beider Länder niedergelegt wurde.

Nachdem unter der Leitung von Gemeindereferentin Annette Wagemeyer beeindruckende Fürbitten gesprochen wurden, erklangen zum Schluss die Hymnen beider Nationen.

Von dort ging es dann zum Festakt in der Schützenhalle Lichtenau.

Pfingstpredigt für den Besuch aus Polen

Pfingstsonntag - Apg, 2,1-11

Wir sind heute hier in der Kirche in Lichtenau mit unseren Mitchristen aus unserer Partnerstadt Pieniezno in Ostpreußen versammelt und wollen gemeinsam das Pfingstfest in dieser hl Messe feiern.

In der Lesung des heutigen Tages haben wir gehört, wie die Apostel am Pfingstfest zusammen gekommen sind, sie den Geist Gottes empfangen haben, auf die Straßen gegangen sind und die Botschaft vom Auferstandenen verkündet haben und die Juden, die dabei standen, ganz erstaunt waren.

Als ich mich hinsetzte und diese Predigt vorbereitet habe, habe ich nur gedacht, ach, wenn das doch heute auch so einfach wäre, nämlich, dass der Geist Gottes auf uns herab kommt, wir hinaus in die Welt gehen und alles dann wieder gut ist.

Doch die Geschichte lehrt uns, dass es so einfach nicht ist, wie wir uns das immer so vorstehen.

Zum Verständnis der christlichen Botschaft möchte ich unseren Blick zunächst auf den großen deutschen Dichter der Klassik, Friedrich Hölderlin, lenken, um aus seiner Sprachanalyse der Deutschen Konsequenzen für unser politisches Handeln zu ziehen.

Ich möchte mit ihm zugleich   auf die vergangene Geschichte unserer beiden Völker schauen und aufzeigen, dass unser gemeinsamer Glaube für uns in unserem Alltag ein Schutzschild sein kann, damit wir die Sprache, die Hölderlin in seinem Hauptwerk "Hyperion" benutzen muss, um uns Deutsche zu charakterisieren, nie wieder benutzen müssen.

Denn am Endes seines Hauptwerkes hat er eine Scheltrede auf die Deutschen geschrieben, wenn es da heißt:

-»Ge­lehrte sind es, aber keine Menschen,-

-Herren sind es, aber keine Menschen;

-Knechte sind es, aber keine Menschen!« -

Angemerkt: Er spricht nicht von 1933 oder 1939, sondern er spricht diese Sätze im Jahr 1799, als er dieses Werk beendet hat.

Und ich finde es beeindruckend, dass Hölderlin schon vor mehr als 200 Jahren gesagt hat, dass das Menschsein sich nicht über Bildung oder sozialen Status definiert, sondern, dass der Mensch mehr als die Summe seiner Funktionen und Fähigkeiten ist.

Ich finde es beeindruckend, dass Hölderlin schon damals erkannt hat, dass der Mensch auf eine Mitte hin ausgerichtet ist.

Obwohl er in seinen jungen Jahren protestantische Theologie studiert hatte, war er als Klassiker nicht in der Lage, diese Mitte "Gott" zu nennen, sondern nannte sie, wie viele der Klassiker der damaligen Zeit damals »Geist« , womit er aber mehr meinte als nur Intelligenz oder Ver­stand. Zum Verständnis: Johann Wolfgang Goethe hat auch selten den Namen Gott gebraucht, sondern als Pantheist hat er eher von der Macht der Liebe gesprochen, wenn er so etwas wie unseren Gott meinte.

Leider haben einhundert Jahre später die deutschen Herren in Berlin damals diesen Geist Hölderlins nicht verstanden und haben genau das, wovor Hölderlin gewarnt hatte, als politische Maxime umgesetzt und haben den Menschen zu einem Herdentier gemacht, das in der Masse mit mar­schiert ist.

Sie haben den Menschen zu einem Gewohnheitstier gemacht, das sich nach der Mehrheit gerichtet hat, mit den tragischen Folgen, die heute noch spürbar sind.

Wir sind heute, 72 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges und 20 Jahre nach der Unterschrift unter den Partnerschaftsvertrag zwischen unseren beiden Städten hier in Lichtenau in St. Kilian versammelt, weil wir Christen von heute diesen Hölderlinschen Geist Gott nennen, der uns gerade am Pfingstfest wiederum geschenkt wird und der uns Menschen, wie die Apostelgeschichte zeigt, verbinden kann.

Vieles hat sich zum Glück verändert. Nicht nur unsere Partnerschaft ist entstanden. Zum Glück haben sich die Köpfe vieler Menschen verändert. obwohl wir wachsam sein müssen, damit   eines Tages Hölderlin mit seiner Kritik nicht doch wieder recht haben könnte und die Menschen wiederum zu Herdentieren mit den fatalen Folgen werden könnten.

Durch meine vielen Besuche in Polen spüre ich aber immer wieder - vor allem in den letzten 30 Jahren, dass ein Klima des Vertrauens spürbar und erlebbar ist.

Wir sagen nicht umsonst, "sage mir, was du denkst und ich sage dir, wessen Geistes Kind du bist."

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage:

"Die Frage nach dem »Geist«, nach Gott, der im Einzelnen und in der Gemeinschaft herrscht, ist eine Frage auf Leben und Tod für die Weltgemeinschaft.

Und das ist dann für uns heute hier im Jahr 2017, die wir hier zusammen sitzen in der Kirche, zusammen Eucharistie feiern, gleich zusammen das Brot des Lebens, die Eucharistie empfangen, das ist für uns heute hier die Botschaft von Pfingsten:

  1. -Wo Menschen aus dem Glau­ben heraus Feindschaft überwinden und zu einer neuen Gemeinschaft finden, da wirkt der Heilige Geist. 2.-Wo Menschen nach dem Beispiel Jesu Christi sich der Kranken und Notleidenden annehmen, da wirkt der Heilige Geist.

3.-Wo Menschen hinausgehen, um die Frohe Botschaft weiterzusagen, da wirkt der Heilige Geist.

4.-Wo Menschen zusammenkommen, um Gott zu loben, zu dan­ken und zu bitten, da wirkt der Heilige Geist.

Pfingsten ist für mich die Feier des großen "Wir", das Wir zwischen Vater und Sohn, zwischen dem Sohn und uns Menschen und zwischen allen Menschen.

Mit der Kirche lasst uns um das Kommen dieses Geistes für uns und unsere Völker beten:

»Komm, allgewaltig heiliger Hauch,

der alle Kreatur belebt,

erleuchte unser blind Gesicht

und gib den   Herzen unserer Völker deine Liebe.

Ich bin der festen Überzeugung, wenn wir das so beten, dann herrscht der Geist unseres Gottes unter unseren Völkern.

Dann ist mir vor der politischen Zukunft unserer Völker nicht bange.

Pfingstsonntag - Apg, 2,1-11

Spotykamy się dzisiaj w tu, w kościele w Lichtenau z naszymi przyjaciółmi i braćmi we wierze, z naszego partnerskiego miasta Pieniężna w Prusach Wschodnich i pragniemy razem podczas tej Mszy św. świętować i celebrować Uroczystość Zesłania Ducha Świętego.

W dzisiejszym czytaniu z Księgi Dziejów Apostolskich słyszeliśmy, jak Apostołowie byli zebrani razem, otrzymali Ducha Świętego i potem wyszli na ulice i głosili Zmartwychwstałego Pana, a wszyscy Judejczycy, którzy tam stali, byli pełni zdumienia.

Kiedy usiadłem i zacząłem przygotowywać to kazanie, pomyślałem sobie tylko, że gdyby to samo było to tak proste dzisiaj, że Boży Duch zstąpił na nas, poszlibyśmy w świat i wszystko byłoby wtedy znowu dobre. Ale historia nas uczy, że nie jest to takie proste, jakbyśmy sobie to wyobrażali.

Dla zrozumienia Chrystusowego przesłania, chciałbym skierować nasz wzrok w pierwszej kolejności na wielkiego niemieckiego poetę klasyki, Friedricha Hölderlina, aby z analizy jego języka (jego dzieła) wyciągnąć wnioski dla naszego politycznego postępowania.

Chciałbym jednocześnie spojrzeć na minioną historię naszych dwóch narodów i wykazać, że nasza wspólna wiara może być dla powszedniego dnia twórcza, abyśmy mowę, którą Hölderin w swoim głównym dziele „Hyperion” użył, aby scharakteryzować nas, Niemców, nigdy więcej nie musieli używać. Otóż na końcu swego głównego dzieła napisał on obelżywą (obraźliwą) mowę:

- „Uczeni nie są ludźmi,

- Panowie nie są ludźmi,

- Słudzy nie są ludźmi”.

Mówi on nie o 1933 albo o 1939 r., lecz te zdania napisał w 1799 r., gdy to swoje dzieło ukończył.

Uważam to za imponujące, że Hölderlin już przed ponad 200 laty stwierdził, że bycie człowiekiem nie definiuje się poprzez wykształcenie czy status społeczny, lecz że człowiek jest czymś więcej niż sumą swoich funkcji i umiejętności.

Uważam to za imponujące, że Hölderlin już wtedy dostrzegł, że człowiek ukierunkowany jest na tzw. "środek". Niestety, jako teolog protestancki, "środkiem" tym nie nazywa on jednak Boga. W podobnym tonie wypowiedział się również inny wielki niemiecki poeta, Johann Wolfgang von Goethe. Katastrofalne skutki tego błędnego rozumowania pokazała nam historia lat 1933-1945, rozdzierając ogrom ran między naszymi narodami. 

Po 72 latach od II wojny światowej i 20 lat po podpisaniu partnerstwa między naszymi dwoma miastami tu, w Lichtenau, w kościele św. Kiliana zebraliśmy się, ponieważ my dzisiaj tego ducha Hölderina nazywamy Bogiem, który właśnie w tę uroczystość Zesłania Ducha Świętego jest nam znowu podarowany i który, tak jak mówią nam dzieje apostolskie, może nas, ludzi złączyć.

Na szczęście wiele się zmieniło. Nie tylko powstało nasze partnerstwo. Na szczęście także myślenie wielu ludzi się zmieniło, ale wciąż musimy być czujni, aby któregoś dnia Hölderin ze swoją krytyką znowu nie doszedł do głosu i sprowadzając ludzi go poziomu zwierząt żyjących gromadnie, nie doprowadził do fatalnych następstw.

Dzięki moim licznym wyjazdom do Polski, wciąż na nowo doświadczam, zwłaszcza przez ostatnich 30 lat, atmosfery zaufania, którą się czuje i która jest żywa.

Mówimy nie na darmo: ”Powiedz mi, co myślisz, a ja powiem ci, jakiego Ducha jesteś dzieckiem”. Pójdę nawet krok dalej i powiem: „Pytanie o „ducha”, o Boga, który panuje/istnieje, zarówno w jednostce, jak i we wspólnocie, jest pytaniem życia i śmierci dla świata (dla wspólnoty świata).

I to jest dzisiaj tu w 2017 r. dla nas, którzy razem siedzimy w kościele i razem uczestniczymy w Eucharystii, przyjmujemy Chleb życia w komunii św., to jest dla nas przesłanie i misja dzisiejszej uroczystości Zesłania Ducha Świętego:

Tam, gdzie ludzie dzięki wierze przezwyciężają (pokonują) wzajemną niechęć i wrogość, tam działa Duch Święty.

Tam, gdzie ludzie wychodzą na zewnątrz, aby głosić innym Radosną Nowinę, tam działa Duch Święty.

Tam, gdzie ludzie gromadzą się, aby wielbić Boga, dziękować Mu i prosić Go, tam działa Duch Święty.

Zesłanie Ducha Świętego jest dla mnie uroczystością potężnego „My". Tego "My" między Ojcem a Synem, między Synem a nami ludźmi oraz pomiędzy ogółem ludzi.

Wraz z całym Kościołem prośmy o przyjście tego Ducha dla nas i dla naszych narodów:

„Przybądź, Wszechmocne, Święte Tchnienie,

które ożywiasz wszelkie stworzenie,

oświeć nasze ślepe oblicze

i daj naszym sercom Twoją miłość”.

Jestem głęboko przekonany, że gdy tak będziemy się modlić, to Duch Boży zapanuje miedzy naszymi narodami. Wtedy nie będziemy musieli się obawiać o polityczną przyszłość naszych narodów.

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